Veitsbronn. Am 10. Januar 2026 fand im Freibad Veitsbronn ein Wettkampf im Eisschwimmen statt, der selbst für diese Sportart außergewöhnlich war. Der Wettbewerb gehörte zum Deutschland Cup der International Ice Swimming Association (IISA) und verlangte Athletinnen, Athleten und Organisation gleichermaßen alles ab.
In den Wochen vor dem Wettkampf sorgten anhaltend niedrige Temperaturen dafür, dass das 50-Meter-Becken trotz dauerhaft laufender Umwälzpumpe vollständig zufror. Zentimeterdicke Eisplatten bedeckten das Wasser. Das Organisationsteam des Veitsbad Cups sowie zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiteten tagelang daran, das Becken wettkampftauglich zu machen – mit Pumpen, Holzplanken, Netzen, Schubkarren und viel Muskelkraft. Teilweise wurden die Eisplatten in mühsamer Handarbeit aus dem Wasser gezogen. Erst am Wettkampfmorgen war das Becken rechtzeitig so weit eisfrei, dass der Wettkampf starten konnte.
Die Wassertemperatur lag bei 0 bis 0,9 Grad Celsius, die Lufttemperatur am Morgen bei etwa vier Grad, später teils unter null – zwischendurch setzte sogar Schneefall ein. Unter diesen Bedingungen waren die Zeiten erwartungsgemäß etwas langsamer. Deutlich spürbar war die Kälte vor allem während des Schwimmens: Die Kraft ließ schneller nach, die Koordination verschlechterte sich spürbar, besonders auf den letzten Metern der längeren Strecken wurde jeder Zug zum Kampf.
Mit am Start war auch eine Familie aus der Region: Heidelinde Partheymüller, ihre Töchter Franziska und Fiona sowie deren Partner Johannes Dietrich gingen über unterschiedliche Distanzen an den Start. Dabei startete Fiona zum ersten Mal über 100m Brust und schaffte die längere Strecke bei der Kälte sehr gut. Auch für Heidelinde waren die 50m Rücken eine neue Erfahrung, besonders, da es ins Gesicht schneite. Zum Abschluss absolvierten alle gemeinsam eine Familienstaffel. Die längsten Einzelstrecken betrugen 100 Meter.
Neben zahlreichen weiteren Teilnehmenden waren auch mehrere Schwimmerinnen und Schwimmer der deutschen Nationalmannschaft vertreten, darunter Franziska, Christina Gockeln, Kilian Gräf, Sarah-Anne Richter sowie Tina Deeken. Entsprechend hoch war das sportliche Niveau.
Für Sicherheit und Betreuung sorgten die Wasserrettung sowie eine durchgängige medizinische Absicherung. Zum Aufwärmen standen zwei Holzfass-Saunen mit Blick auf das Wettkampfbecken zur Verfügung. Besonders nach den Staffeln wurde es in den beiden Saunen eng, so dass der Spaßfaktor beim Aufwärmen nicht zu kurz kam. Trotz der extremen Bedingungen war die Organisation reibungslos, die Stimmung durchweg positiv – getragen von einer starken Community, gegenseitiger Unterstützung und der besonderen Atmosphäre, die Eisschwimm-Wettkämpfe auszeichnet.
Am Ende überwog bei allen Beteiligten die Zufriedenheit. Der Wettkampf in Veitsbronn zeigte eindrucksvoll, was mit Engagement, Ehrenamt und Teamgeist möglich ist. Für viele der Athletinnen und Athleten geht der Blick nun nach vorne: Als nächster größerer Höhepunkt steht die Europameisterschaft im italienischen Molveno (Trentino) an.
Ergebnisse
50m Freistil:
- Franziska Partheymüller AK 30-39: 1.Platz 00:32,06
50m Brust:
- Fiona Partheymüller AK 20-29: 5. Platz 00:52,16
- Franziska Partheymüller AK 30-39: 1. Platz 00:40,14
- Heidelinde Partheymüller Ak 50-59: 1.Platz 00:50,06
100m Brust:
- Fiona Partheymüller AK 20-29: 3. Platz 01:53,08
- Franziska Partheymüller AK 30-39: 1. Platz 01:32,93
- Heidelinde Partheymüller AK 50-59: 3. Platz 01:50,34
50m Rücken:
- Heidelinde Partheymüller AK 50-59: 3. Platz 00:54,26
50m Freistilstaffel Mixed:
- 5. Platz 02:55,72




