Bei der 2. Europameisterschaft der International Ice Swimming Association, die gemeinsam mit afrikanischen Nationen sowie neutral startenden Athleten ausgetragen wurde, trafen sich Anfang Februar über 400 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 23 Ländern im norditalienischen Molveno in der Region Trentino. Die Wettkämpfe fanden bei Wassertemperaturen zwischen 1,2 und 2,7 Grad statt – Bedingungen, die selbst für erfahrene Eisschwimmer eine große Herausforderung darstellen.
Der Austragungsort war bewusst gewählt: Bereits im Vorjahr fanden hier die Weltmeisterschaften statt. Viele organisatorische Schwächen von damals konnten diesmal behoben werden. Das Freibecken war rechtzeitig eisfrei, Umkleiden und Aufenthaltsbereiche waren gut beheizt, und auch die Infrastruktur funktionierte größtenteils zuverlässig.
Ganz ohne Probleme verlief die Veranstaltung jedoch nicht. Bei Franziska Partheymüllers Start über 50 Meter Brust versagte die elektronische Zeitmessung. Die ersatzweise Handzeit lag zwei bis drei Zehntelsekunden darüber. Dennoch qualifizierte sie sich souverän für das Finale, in dem sie ihre Leistung nochmals steigern konnte und einen neuen Altersklassenrekord aufstellte. Insgesamt dominierte sie die Altersklasse 30–34 deutlich und sicherte sich drei Goldmedaillen sowie einmal Silber.
Auch Heidelinde Partheymüller trat in einem stark besetzten Teilnehmerfeld an. Am Ende erreichte sie zwei vierte Plätze sowie Rang sieben in der Altersklasse 55–59. Mit ihren Zeiten war sie nicht ganz zufrieden, nimmt aus dem Wettkampf aber dennoch wichtige Erkenntnisse für die kommenden Starts mit.
Ein spürbarer Fortschritt zeigte sich in der Teamorganisation: Seit März 2025 ist Eisschwimmen als Sportart offiziell an den Deutscher Schwimmverband angebunden. Dadurch verbesserten sich Informationsfluss und Betreuung vor Ort deutlich. Neben einem Verbandsvertreter waren auch die Teamkapitäne Kilian Graef und Franziska Partheymüller im Einsatz und sorgten für Struktur und Koordination. Kadermitglieder, zu denen auch Franziska gehört wurden zusätzlich mit Wärmekleidung ausgestattet.
Erstmals fanden auch gemeinsame Teambesprechungen statt, wodurch neben der schnellsten deutschen Staffel mehrere „Spaß-Staffeln“ gemeldet werden konnten. So starteten die jüngsten Teilnehmerinnen gemeinsam mit zwei erfahrenen Schwimmern in einer generationenübergreifenden Staffel. Franziska Partheymüller ging außerdem in einer internationalen „German-Morocco“-Staffel an den Start. Heidelinde Partheymüller schwamm in der „German Old Ladies“-Staffel, die zwar außer Konkurrenz lief, aber für viel Stimmung sorgte. Dies spiegelt den starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft wider – ebenso wie die gemeinsamen Treffen in der Sauna, bei denen jeder Starter lautstark begrüßt wurde.
Mit einer Altersspanne von 13 bis 73 Jahren präsentierte sich das deutsche Team außergewöhnlich breit aufgestellt und zeigte einmal mehr, dass Eisschwimmen sowohl Leistungssport als auch Gemeinschaft ist.
Ergebnisse
Franziska Partheymüller
- 50 m Freistil – 1. Platz AK 30–34 – 0:31,46
- 50 m Brust – 1. Platz AK 30–34 – 0:40,06 (Finale: 0:39,64 – Altersklassen Weltrekord)
- 100 m Brust – 1. Platz AK 30–34 – 1:32,23
- 50 m Delfin – 2. Platz AK 30–34 – 0:35,99
Heidelinde Partheymüller
- 50 m Freistil – 7. Platz AK 55–59 – 0:43,17
- 50 m Brust – 4. Platz AK 55–59 – 0:49,30
- 100 m Brust – 4. Platz AK 55–59 – 1:49,77



