Beim Winter Swimming World Cup der International Winter Swimming Association im schwedischen Skellefteå trafen sich vom 28. Februar bis 1. März 2026 rund 500 Athletinnen und Athleten aus 15 Ländern. Geschwommen wurde in einem eigens ins Eis geschnittenen 25-Meter-Becken mit 4 Bahnen im Hafen von Skelleftea – direkt in der zugefrorenen Ostsee.
Die Bedingungen hatten es in sich: Bei einer Wassertemperatur von etwa minus 0,6 Grad (aufgrund des Salzgehalts sind derart niedrige Wassertemperaturen möglich) und Außentemperaturen zwischen minus 5 und minus 9 Grad wurde den Teilnehmenden alles abverlangt. Gleichzeitig bot die Kulisse mit Schnee, Sonne und klirrender Kälte eine beeindruckende Wettkampfatmosphäre.
Für das Team aus Tölz gingen mit großen Erfolg Franziska und Heidelinde Partheymüller an den Start, begleitet von der Schlierseer Kollegin Stefanie Palle.
Franziska Partheymüller dominierte ihre Rennen klar und sicherte sich mehrere erste Plätze, sowohl in der Altersklasse als auch in der Gesamtwertung. Über 100 Meter Brust gewann sie in 1:33,98 Minuten, ebenso wie über 50 Meter Brust (0:42,54) und 25 Meter Brust (0:18,60). Auch über 25 Meter Freistil ließ sie der Konkurrenz keine Chance und schlug in 0:15,28 Minuten als Erste an. Lediglich über 25 m Delfin musste sie einer argentinischen Schwimmerin den Vortritt lassen. Und das obwohl der Anschlag am Eis so schwungvoll war, dass nicht nur blaue Flecken an der Handfläche entstanden, sondern zusätzlich die ganze Hand zwei Tage lang bei jeder Bewegung schmerzte und kribbelte und die Fingerspitzen taub waren.
Heidelinde Partheymüller zeigte ebenfalls starke Leistungen in einem anspruchsvollen Teilnehmerfeld. Sie gewann unter anderem die 100 Meter Brust in 1:54,92 Minuten sowie die 50 Meter Brust in 0:50,63 Minuten und die 25 Meter Brust in 0:22,92 Minuten und wurde Zweite über 25 m Delfin (0:27,53) – jeweils in ihrer Altersklasse.
Stefanie Palle konnte aufgrund einer vorhergehenden Bronchitis am Samstag noch nicht starten, siegte aber am Sonntag souverän über 25 m Delfin (0:19,05) in ihrer AK.
Neben den sportlichen Erfolgen prägte vor allem die besondere Atmosphäre das Event. Zwei Saunen, Lagerfeuer und ein eigener Wettkampf- Bus zwischen Wettkampfstätte und Unterkunft sorgten trotz der extremen Bedingungen für gute Organisation und Gemeinschaft. Zuschauer erreichten das Eventgelände teils per Schneemobil, Ski oder sogar mit dem Fatbike.
Auch das Rahmenprogramm setzte Akzente: Die Eröffnungsfeier mit traditionellen Tänzen und einem „Ice Poem Contest“ brachte die internationale Community zusammen und unterstrich den besonderen Charakter des Winterschwimmens.
Ein Highlight war zudem die Wettkampfanlage selbst: Ein Pool im Hafenbecken mit Blick auf die zugefrorene Ostsee, ergänzt durch kleine Marktstände im traditionellen Stil sowie zusätzliche Aktivitäten wie
Hundeschlittenfahrten.
Der World Cup in Skellefteå war damit nicht nur sportlich ein voller Erfolg, sondern auch ein eindrucksvolles Erlebnis – und zugleich der Auftakt für die anschließenden Weltmeisterschaften im finnischen Oulu.