ie Strecke startete vor einer beeindruckenden Kulisse an den Krimmler Wasserfällen in Österreich und folgte dem Verlauf der Salzach bis nach Überackern, das wir nach 240 Kilometern erreichten.
Am frühen Morgen begann der Lauf noch bei angenehmen Temperaturen und führte in einem sanften Auf und Ab das Tal entlang. Mit zunehmender Tageszeit und drückender Hitze machte sich der fehlende Schatten jedoch immer deutlicher bemerkbar. Nach den ersten 60 Kilometern – also gerade einmal dem ersten Viertel – war die Dehydrierung bereits so groß, dass ich eine längere Pause einlegen musste, um dem Körper wieder ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Die folgenden Stunden waren geprägt von extremer Hitze, enormem Durst, gedrosseltem Tempo und den daraus resultierenden, starken Zweifeln.
In der ersten Nacht wehte am Pass Lueg zwar ein kühler, starker Wind, doch zurück im Tal war es schnell wieder drückend warm. Am nächsten Tag, auf dem Weg nach und durch Salzburg, forderten die Strapazen ihren Tribut: Die Ermüdung zwang mich zu immer häufigeren Verpflegungspausen.
Die zweite Nacht wurde schließlich zur ultimativen Geduldsprobe. Ich musste massiv gegen den Sekundenschlaf kämpfen – die Übermüdung war so stark, dass ich im Laufen hätte die Augen schließen und einfach einschlafen können.
Mit einer Gesamtdauer von 45 Stunden und 14 Minuten – und somit zwei durchgelaufenen Nächten – war dieser Ultrarun noch einmal eine ganz andere Hausnummer als alle bisherigen Ultra Trails, die ich absolviert habe. Durch einige unfreiwillige Umwege (Verlaufen) sowie baustellenbedingte Umleitungen zeigte meine GPS-Uhr am Ende sogar 245 Kilometer an.
Noch nie war die Stimme meines inneren ‘Männleins’ so laut wie bei diesem Lauf. Immer wieder rechnete mir dieses kleine skeptische Männlein im Kopf vor: „Was machst du hier eigentlich? Das ist grenzwertig, extrem gefährlich und bei dieser Hitze machst du dich nachhaltig kaputt.“ Aufgeben ist für mich normalerweise keine Option, aber diesmal hatte die innere Stimme durchaus valide Argumente.
Mein Fazit: Es geht also tatsächlich noch extremer als der ZUT 100-Meiler – wobei die glühende Hitze beim SUR 240 definitiv ihren Teil dazu beigetragen hat.
